Beikost richtig einführen: Ein liebevoller Leitfaden
Die Einführung von Beikost ist ein spannender Meilenstein im ersten Lebensjahr deines Babys. Dabei geht es nicht nur darum, dein Baby mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, sondern auch darum neue Geschmäcker kennenzulernen und langfristig gesunde Ernährungsgewohnheiten zu fördern. Beikost bedeutet, zusätzlich zu Milch – sei es Muttermilch oder Flaschennahrung – feste Lebensmittel anzubieten. Dieser Übergang sollte zeitgerecht, nährstoffgerecht und sicher gestaltet werden, ohne Druck und in enger Orientierung an den Signalen deines Kindes.
Alle Informationen basieren auf aktuellen Fachstudien und Leitlinien (s. Quellenverzeichnis), Empfehlungen der World Health Organization (WHO) und bewährten praxisnahen Ansätzen.
Tipp: Die erste Kost deines Babys muss nicht immer Brei sein. Wenn du lieber mit Fingerfood starten oder es zwischen drin anbieten möchtest, lies unbedingt unseren Artikel über „Baby-Led Weaning: Breifreie Ernährung„.
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Warum Beikost wichtig ist
Etwa ab dem 6. Lebensmonat ist der Nährstoffbedarf deines Babys höher als das, was allein durch Milch gedeckt werden kann. Vor allem Eisen, Zink und andere Mikronährstoffe werden dann zunehmend wichtig. Die World Health Organization (WHO) empfiehlt, ab diesem Alter mit ergänzender Beikost zu starten und gleichzeitig weiterhin zu stillen, um sowohl die Energie- als auch die Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Beikost ist mehr als Nahrung: sie ist ein Lernfeld für Geschmack, Textur, Essverhalten und Familienrituale. Sie hilft deinem Baby, motorische Fähigkeiten wie Greifen, Kauen und Schlucken zu entwickeln und ihr erlebt gemeinsam viele erste Momente am Familientisch.
Ersetzt die Beikost das Stillen?
Stillen ist eine wunderbare und wichtige Möglichkeit, dein Baby zu ernähren und eine enge Bindung aufzubauen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Stillen auch während der Beikost Einführung eine zentrale Rolle spielt und keine Breimahlzeit ersetzt. Die ersten festen Nahrungsmittel sind dazu da, die Ernährung deines Babys zu erweitern und neue Geschmäcker einzuführen, während das Stillen weiterhin die Hauptquelle für Nährstoffe und Flüssigkeit bleibt. So bleibt dein Baby gut versorgt während ihr zusammen die erste feste Nahrung erkundet.
Der richtige Zeitpunkt: nicht zu früh, nicht zu spät
Viele Eltern fragen sich: „Wann ist mein Baby wirklich bereit?“ Die Antwort hängt nicht vom Alter deines Babys ab, sondern von seinem motorischen Entwicklungsstand. Erst wenn dein Baby alle Beikostreifezeichen erfüllt, solltest du mit der Einführung beginnen:
- Stabile Kopf- und Rumpfstabilität:
Dein Baby sollte seinen Kopf selbstständig halten können und ohne Unterstützung aufrecht sitzen. Das ist wichtig um das Verschluckungsrisiko zu minimieren. - Interesse an Lebensmitteln:
Wenn dein Kind nach deinem Essen greift oder neugierig zuschaut, ist das ein gutes Zeichen. - Verlust des Zungenstoßreflexes:
Dein Baby sollte das Essen nicht wieder mit der Zunge heraus schieben, sondern es schlucken wollen.
Beginne nicht vor dem 5. Lebensmonat. Eine zu frühe Einführung kann das Verdauungssystem, Immunsystem und den Stoffwechsel überfordern. Zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat gilt als optimaler Zeitraum, allerdings gelten immer die individuellen Reifezeichen deines Babys. Diese Orientierungen spiegeln die Empfehlungen von Fachgesellschaften wie der European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN) wider und werden von vielen Kinderärzt:innen als guter Standard genutzt.
So gestaltest du deinen Beikoststart
Auch wenn die festen Mahlzeiten anfangen, bleibt Milch im ersten Jahr weiterhin die Hauptnahrungsquelle. Sie liefert Energie, Flüssigkeit und wichtige Immunfaktoren. Der Beikoststart bedeutet nicht, dass dein Baby ab jetzt nur noch Brei zu sich nimmt. Vielmehr erfolgt die BEIkost ergänzend zu den Milchmahlzeiten.
Am Besten startest du mit einfachen Optionen:
- Gemüse:
Karotten, Kürbis oder Zucchini sind mild und gut verträglich. Diese solltest du weich kochen und pürieren - Getreidebreie:
Reis- oder Haferbrei sind tolle Startoptionen. Mische sie einfach mit Wasser oder Muttermilch - Obst:
Äpfel, Birnen oder Bananen sind nährstoffreich und lecker. Auch hier gilt: einfach pürieren!
Rezeptideen findest du weiter unten in diesem Artikel.
Tipp: Wenn du dein Baby mit saisonal verfügbarem Obst und Gemüse versorgen möchtest, lohnt sich die Anschaffung eines ewigen Saisonkalenders*. Damit hast du einen schönen Überblick, welche Obst- und Gemüsesorten in welchem Monat frisch verfügbar sind und sogar wann du diese Aussäen und Ernten kannst, falls du einen Garten besitzt.
Wieviel Beikost braucht mein Baby?
Am Anfang sind es oft nur ein paar Löffel, die dein Baby neugierig probiert, ohne den Hunger zu stillen. Das ist vollkommen normal: Beikost ersetzt in dieser Phase noch nicht die Milchmahlzeiten. Dein Baby reguliert selbst, wie viel es möchte und du kannst ihm Zeit geben, diesen neuen Prozess in seinem Tempo zu entdecken. Dein Baby muss sich erst an die neuen Geschmäcker und Texturen gewöhnen und auch seine Verdauung muss sich langsam auf die neue Mahlzeit einstellen. Gib ihm anschließend noch die gewohnte Milchmahlzeiten bis es satt ist. Ihr könnt die Breimenge Woche für Woche langsam steigern, achte jedoch auf die Sättigungsanzeichen um dein Baby nicht zu überfüttern.
Welche Getränke in der Beikost Einführung?
Solange du ausschließlich stillst, benötigt dein Baby keine zusätzlichen Getränke. Auch nicht an heißen Sommertagen. Deine Baby kann bei übermäßigem Wasserkonsum sogar an einer Wasservergiftung erkranken, da die Nieren noch nicht in der Lage sind das überschüssige Wasser auszuscheiden! Mische deshalb niemals Muttermilch oder Pre-Nahrung mit anderen Getränken. Ab etwa 6 Monaten kannst du beginnen, deinem Baby zwischen den Mahlzeiten eine kleine Menge Wasser anzubieten. Zuckerhaltige Getränke oder Säfte sind nicht nötig und bringen unnötigen Zucker in die Ernährung deines Kindes.
Wasser: Der beste Begleiter
Wasser ist das ideale Getränk für dein Baby, wenn es mit fester Nahrung beginnt. Es hydratisiert und unterstützt die Verdauung. Ab etwa sechs Monaten kannst du deinem Kind etwa 50 – 100ml Wasser pro Tag anbieten, insbesondere wenn es anfängt feste Nahrung zu sich zu nehmen. Du solltest stilles Wasser wählen, da kohlensäurehaltige Getränke für kleine Kinder schwer verdaulich sein können. Die Menge an Wasser kann langsam gesteigert werden. Sobald dein Kind bei der Familienkost mit isst, benötigt es etwa 600 – 700ml Wasser pro Tag.
Fruchtsäfte: Vorsicht geboten
Obwohl Fruchtsäfte oft als gesund angepriesen werden, sollten sie in den ersten Lebensjahren nicht oder nur in Maßen gegeben werden. Wenn du deinem Baby Saft anbietest, achte darauf ihn stark zu verdünnen (mindestens 1 Teil Saft zu 10 Teilen Wasser) und beschränke die Menge auf etwa 120 ml pro Tag. Fruchtsäfte enthalten Zucker und können das Risiko von Karies erhöhen. Am besten ist es, frisches Obst zu pürieren, da die Ballaststoffe darin ebenfalls wichtig für die Verdauung sind.
Vermeide zuckerhaltige Getränke
Es ist wichtig, Limonade, gesüßte Tees und andere zuckerhaltige Getränke zu vermeiden. Diese bieten keinen Nährwert und können zu einem ungesunden Essverhalten führen. Der Geschmack von Zucker kann auch die Vorliebe deines Babys für gesunde, natürliche Lebensmittel beeinträchtigen.
Tees und Kräuter
Kräutertees können in bestimmten Fällen geeignet sein, jedoch ist es ratsam, dies mit einem Kinderarzt/ärztin oder deiner Hebamme zu besprechen. Kamille und Früchtetee sind beliebte Optionen, die beruhigend wirken können. Achte darauf, ungesüßte Varianten zu wählen und sie gut abzukühlen bevor du sie deinem Baby anbietest.
Ein vorsichtiger Beikost Fahrplan
Hier ist ein einfacher Beikost Fahrplan, der dir helfen kann, die Einführung von fester Nahrung für dein Baby zu strukturieren. Dieser Fahrplan dient als Orientierung und jedes Baby is(st) individuell. Du darfst den Fahrplan deshalb euren Bedürfnissen anpassen oder auch komplett darauf verzichten. Vertraue deinem Instinkt und achte auf die Bedürfnisse deines Kindes!
Wichtige Tipps: Führe neue Lebensmittel jeweils für 3 Tage einzeln ein um Allergien zu erkennen. Achte auf die Reaktion deines Babys und passe die Konsistenz an. Das Stillen oder die Flasche bleiben weiterhin wichtig und sollten ergänzend zu den Beikost Mahlzeiten angeboten werden. Sollte dein Baby einen Geschmack nicht mögen, bietest du am Besten sofort einen anderen Brei an und wartest nicht erst 3 Tage ab.
5. Monat (ca. 5-6 Monate): Mittagsbrei
- Einführung von Beikost:
Beginne mit reinen Gemüsebreien.- Beispiele: Karotten, Kürbis, Pastinake, Zucchini.
- Zubereitung:
Gut kochen, pürieren, mit 1TL raffiniertes Öl ergänzen und ohne Gewürze anbieten.
Nach einer Woche erweiterst du den Gemüsebrei mit Kartoffeln zu einem Gemüse-Kartoffel-Brei. Dieser Brei wirkt durch die enthaltene Stärke sättigender und dein Baby wird nach weniger Milch verlangen. Wenn auch dieser Brei gut vertragen wird, erweiterst du nach 7 Tagen auf einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei. Hierfür eignen sich besonders Rindfleisch, Lamm und Geflügel. Um die Eisenaufnahme zu verbessern kannst du noch einen Vitamin-C haltigen Saft, wie reinen Apfelsaft hinzufügen. Achte hierbei jedoch auf einen niedrigen Zuckergehalt.
7. Monat (ca. 6-8 Monate): Abendbrei
- Erweiterung der Lebensmittel:
Biete Milch-Getreide-Breie als Abendbreie an.- Beispiele: Hafer-Banane, Dinkel-Birne, Reis-Apfel.
- Getreidesorten:
Beginne mit Reis- oder Haferbrei. Erweitere um Hirse-, Dinkel- und Weizenbreie. - Milch:
Beginne mit Säuglingsmilch. Verwende anschließend ultrahocherhitzte und pasteurisierte Vollmilch oder H-Milch mit 3.5% Fett, welche du anfangs halb halb mit Wasser mischst. - Zubereitung:
Rühre feine Haferflocken mit Milch und 1TL raffiniertes Rapsöl an. - Konsistenz:
Püriere den Brei bei Bedarf. Mache den Brei erst stückiger, wenn dein Baby bereit ist.
Gib dem Brei zur besseren Eisenaufnahme etwas vitaminreichen Obstsaft oder Obstpüree hinzu.
8. Monat (ca. 7-9 Monate): Nachmittagsbrei
- Erweiterung der Lebensmittel:
Füge milchfreie Getreide-Obst-Breie hinzu.- Beispiele: Apfel, Birne, Banane, Pfirsich.
- Getreidesorten:
Beginne mit Reis- oder Haferbrei. Erweitere um Hirse-, Dinkel- und Weizenbreie. - Zubereitung:
Rühre die Getreideflocken mit Wasser an und mische Obstpüree oder zuckerarmen Obstsaft und 1TL raffiniertes Rapsöl hinzu.
9. Monate: Vormittags Snack
Biete Fingerfood, wie kleine Brotstücke ohne Rinde mit Frischkäse oder Gemüseaufstrichen an. Dazu kannst du etwas weiches Obst ohne Schale (Bananen, gedünstete Äpfel, etc.) oder die ersten Stücke milde Käsescheiben und durcherhitztes Ei servieren. Achte darauf, dass die Stücke weich und klein sind, damit sie leicht gekaut werden können. Wenn dein Baby auch sein Fingerfood gerne isst, kannst du zur Familienkost übergehen.
Was sind Sättigungsanzeichen?
Babys geben klar zu erkennen, ob sie satt sind. Sie wenden den Kopf ab, drücken den Löffel weg oder spielen mit dem Essen, wenn sie genug haben. Achte auf diese Signale, statt strikt nach Grammzahlen zu füttern. Diese einfühlsame Herangehensweise unterstützt ein gesundes Essverhalten auf lange Sicht.
- Abwendung:
Wenn dein Baby sich von der Nahrung abwendet oder den Kopf wegdreht. - Geringeres Interesse:
Dein Baby zeigt weniger Interesse am Essen, schaut weg oder spielt mit dem Essen. - Zufriedenheitszeichen:
Ein entspanntes Gesicht, Lächeln oder zufriedenes Gurren. - Hände und Lippen schließen:
Wenn dein Baby die Lippen schließt oder die Hände wegzieht. - Wegdrücken des Löffels:
Wenn dein Baby aktiv den Löffel oder die Nahrungsquelle wegdrückt. - Verlangsamte Bewegungen:
Wenn dein Baby langsamer wird oder sich zurücklehnt.
Die Angst vor dem Verschlucken
Verschlucken kann bei neuen Texturen vorkommen. Dabei ist wichtig zu wissen: Würgen als Reflex gehört zum Lernprozess. Ernsthafte Atemprobleme oder Atemnot sind jedoch Anzeichen dafür, dass du sofort eingreifen musst. Sorge von Anfang an für eine aufrechte Sitzposition, z. B. im Hochstuhl, und bleibe beim Essen immer in Griffnähe. Mit wachsender Erfahrung und Motorik wird dein Baby sicherer.
Warum passiert das Verschlucken?
Das Verschlucken kann in der Beikost Phase aus verschiedenen Gründen geschehen:
- Ungewohnte Texturen:
Dein Baby ist an flüssige Nahrung gewöhnt und muss sich an die neue Konsistenz von Breien und stückiger Nahrung gewöhnen. - Motorische Fähigkeiten:
Babys lernen, wie sie kauen und schlucken. Dies erfordert Übung und es kann einige Zeit dauern, bis sie dies sicher beherrschen.
Anzeichen des Verschluckens
Achte auf folgende Anzeichen, wenn dein Baby isst:
- Husten oder Würgen:
Dies kann darauf hinweisen, dass das Baby etwas zu schnell geschluckt hat. Babys würgen am Anfang häufig. Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus um zu Große Stücke von der Speiseröhre fern zu halten. Sollte doch etwas in die Speiseröhre gelangen, wird dein Baby Husten um es zu entfernen. - Bläuliche Lippen oder Atemnot:
Dies sind ernsthafte Anzeichen des Erstickens und erfordern sofortige Maßnahmen. Besuche einen Erste-Hilfe-Kurs* für Babys, um im Falle eines Notfalls richtig reagieren zu können.
Sicherheitstipps für die Beikost Einführung
Um das Verschluckungsrisiko zu minimieren ist es wichtig, ein paar grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten:
- Sichere Sitzposition:
Achte darauf, dass dein Baby aufrecht sitzt während es isst. Ein Hochstuhl mit guter Rückenstütze ist ideal. Achte darauf, dass dein Baby beim Essen seine Füße abstellen kann. Dadurch wird es beim Husten unterstützt. Füttere dein Baby niemals im Liegen oder einer Wiege! - Langsame Einführung:
Beginne mit sehr feinen Pürees und führe nach und nach stückigere Konsistenzen ein, wenn dein Baby sicherer im Essen wird. - Prallelastische Lebensmittel:
Prallelastische Lebensmittel (Trauben, Tomaten, Heidelbeeren, etc.) sollten immer mindestens halbiert, besser geviertelt werden. - Essen in Ruhe:
Schaffe eine entspannte Atmosphäre während der Mahlzeiten. Lass dein Baby in Ruhe essen und gib ihm die Zeit, die es braucht. - Beobachtung:
Sei immer dabei, wenn dein Baby isst. Lass es niemals unbeaufsichtigt um Risiken zu vermeiden. - Erste Hilfe:
Informiere dich über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verschlucken und besuche einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys. Diese werden von verschiedenen Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, Gesundheitszentren und Kliniken, Volkshochschulen und Familienbildungsstätten, Hebammen und als Online Kurse angeboten. Informiere dich hierzu am Besten bei deinem Frauenarzt/Ärztin, deiner Hebamme oder schreibe dich für unseren Online Erste-Hilfe-Kurs* von der erfahrenen Kinderärztin Dr.med. Celine ein.
Allergene Lebensmittel vermeiden?
Früher wurde geraten, potenziell allergene Lebensmittel wie Ei oder Nüsse zu meiden. Aktuelle Forschung zeigt aber, dass eine frühe, kontrollierte Einführung solcher Lebensmittel die Entwicklung von Allergien nicht zwangsläufig erhöht und in manchen Fällen senken kann. Sprich am besten mit deiner Kinderärztin/deinem Kinderarzt über den für euch passenden Weg.
Verbotene Lebensmittel für Babys unter einem Jahr
Einige Lebensmittel sind in den ersten Lebensmonaten nicht geeignet oder sogar gefährlich:
- Honig & Ahornsirup:
Enthält Bakterien, die Botulismus verursachen können. Eine seltene, aber gefährliche Lebensmittelvergiftung. - Rohes oder ungenügend gekochtes Fleisch und Fisch:
Diese können schädliche Bakterien oder Parasiten enthalten. - Geräucherte Wurst- und Fleischwaren:
Geräucherte Wurst- und Fleischwaren (Salami, Landjäger, etc.) werden bei der Herstellung nicht abgekocht und sind daher wie rohe Lebensmittel zu behandeln. - Rohes oder ungekochtes Ei:
Kann Salmonellen enthalten. Achte darauf, nur gut gekochte Eier zu verwenden. - Roh-Milch und Roh-Milchprodukte:
Rohmilch sollte bis zum fünften Geburtstag vermieden werden, da sie gefährliche Keime enthalten kann. - Nüsse und Erdnüsse:
Ganze Nüsse können ein Erstickungsrisiko darstellen. Gemahlene Nüsse wie Erdnussbutter oder Nussmus kann in kleinen Mengen eingeführt werden, jedoch sollten Allergien beobachtet werden. - Prallelastische Lebensmittel:
Prallelastische Lebensmittel wie Tomaten, Trauben, Heidelbeeren, etc. sollten mindestens halbiert besser geviertelt angeboten werden. - Salz und Zucker:
Vermeide es, Babys Salz oder Zucker in ihren Mahlzeiten hinzuzufügen, da ihre Nieren noch nicht vollständig entwickelt sind und Zucker gesunde Essgewohnheiten beeinträchtigen kann. - Alkoholische und Koffeinhaltige Getränke:
Dazu gehören Kaffee, Tee und Limonade. Diese sollten ebenfalls vermieden werden. - Bestimmte Fische:
Einige Fische enthalten hohe Mengen an Quecksilber und Schwermetallen, wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai. Diese sollten vermieden werden.
Mach es dir leicht: praktische Tipps
Hier findest du ein paar praktische Tipps für einen entspannten Beikoststart:
- Plane Beikostzeiten in ruhigen Situationen, wenn dein Baby wach und glücklich ist.
- Verwende weiche Utensilien und beginne mit kleinen Portionen.
- Sei geduldig: probieren steht am Anfang, nicht satt werden.
- Lächeln, Nähe und eine entspannte Atmosphäre machen Essen zu einem positiven Erlebnis.
- Selbst ausprobieren: Lass dein Kind selbst essen. Das fördert seine motorischen Fähigkeiten und das Interesse an verschiedenen Lebensmitteln.
- Geduldig bleiben: Aller Anfang ist schwer und oft landet mehr im Gesicht und in den Haaren als im Mund. Mach am Besten ein Foto, damit du bald über diese Momente lachen kannst.
Rezepte für den ersten Brei
Hier findest du ein paar Rezept-Ideen für einen ausgewogenen ersten Baby Brei.
Wenn du dir unsicher bist, ob dein Kind mit allen wichtigen Nährstoffen ausreichend versorgt ist und ob eine Supplementierung sinnvoll sein könnte oder wie du mit wählerischem Essverhalten und sogenannten „Picky Eatern“ umgehen kannst, empfehlen wir dir unser Nährstoffe Webinar* von der erfahrenen Kinderärztin Dr. med. Celine.
Baby-Vormittagsbrei
- Hafer-Bananen-Brei
- Zutaten:
30 g Haferflocken, 1 kleine Banane, 200 ml Wasser, 1TL Rapsöl - Zubereitung:
Haferflocken in Wasser aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Die Banane pürieren und unter den Brei mischen.
- Zutaten:
- Apfel-Reis-Brei
- Zutaten:
1 kleiner Apfel, 20 g Reismehl, 200 ml Wasser, 1TL Rapsöl - Zubereitung:
Apfel schälen, würfeln und weich kochen. Reismehl in Wasser aufkochen, dann den pürierten Apfel unterrühren.
- Zutaten:
- Pfirsich-Joghurt-Brei
- Zutaten:
1 reifer Pfirsich, 50 g Naturjoghurt (ungezuckert), 1TL Rapsöl - Zubereitung:
Pfirsich schälen und pürieren, mit dem Joghurt vermengen
- Zutaten:
Baby-Mittagsbrei
- Karotten-Kartoffel-Brei
- Zutaten:
1 kleine Karotte, 1 kleine Kartoffel, 200 ml Wasser, 1TL Rapsöl, 1EL Apfelsaft - Zubereitung:
Gemüse schälen, würfeln und weich kochen. Pürieren und eventuell etwas Wasser hinzufügen, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.
- Zutaten:
- Zucchini-Reis-Brei
- Zutaten:
1 kleine Zucchini, 20 g Reis, 200 ml salzarme Gemüsebrühe oder Wasser, 1TL Rapsöl, 1EL Orangensaft - Zubereitung:
Reis in der Brühe kochen. Zucchini schälen, würfeln und zum Reis geben. Pürieren.
- Zutaten:
- Brokkoli-Hähnchen-Brei
- Zutaten:
100 g Brokkoli, 50 g Hähnchenbrust, 200 ml Wasser, 1TL Rapsöl, 1EL Apfelsaft - Zubereitung:
Hähnchenbrust kochen, Brokkoli in den letzten 5 Minuten hinzufügen. Beides pürieren.
- Zutaten:
Baby-Abendbrei
- Dinkel-Mandel-Brei
- Zutaten:
30 g Dinkelflocken, 200 ml Milch, 1TL Mandelmus, 1EL Orangensaft - Zubereitung:
Dinkelflocken in Milch aufkochen und quellen lassen. Mandelmus und Orangensaft unterrühren.
- Zutaten:
- Hirse-Obst-Brei
- Zutaten:
30 g Hirseflocken, 200 ml Milch, 1 kleine Birne (püriert), 1TL Rapsöl - Zubereitung:
Hirseflocken in Milch kochen, bis sie weich sind. Die pürierte Birne unterrühren.
- Zutaten:
- Bananen-Hafer-Brei
- Zutaten:
1 kleine Banane, 30 g Haferflocken, 200 ml Milch, 1TL Rapsöl - Zubereitung:
Haferflocken in Milch aufkochen und quellen lassen. Die Banane pürieren und unterrühren.
- Zutaten:
Tipp: Wenn du zu viel Brei gekocht hast, lässt sich dieser sehr gut in Eiswürfelformen* einfrieren und so fertig portioniert wieder auftauen. Aber bitte die Beschriftung mit Datum nicht vergessen!
Beikost Kursangebote der Krankenkassen
Viele Krankenkassen in Deutschland unterstützen Kurse zur Beikost Einführung, da diese zur Gesundheitsförderung von Mutter und Kind beitragen. Die Übernahme von Kosten kann jedoch variieren. Hier sind einige allgemeine Punkte dazu:
- AOK:
Die AOK bietet häufig kostenlose Elternkurse an, die auch Themen wie Beikost abdecken. - Techniker Krankenkasse (TK):
Die TK fördert Kurse zur Beikost Einführung und erstattet oft einen Teil der Kosten. - Barmer:
Die Barmer bietet verschiedene Programme zur Familiengesundheit an und kann die Kosten für Beikostkurse übernehmen. - DAK:
Auch die DAK unterstützt Kurse zur Beikosteinführung, die durch Hebammen oder andere Fachkräfte geleitet werden. - BKK:
Betriebskrankenkassen haben oft eigene Programme zur Unterstützung von Eltern und können ebenfalls die Kosten für solche Kurse übernehmen.
Bitte informiere dich selbst bei deiner Krankenkasse, welche Kurse angeboten und welche Kosten übernommen werden.
Utensilien für den Beikost Start
Im folgenden haben wir dir eine Liste mit sinnvollen Utensilien für den Beikost Start erstellt:
- Löffel* für Babys
- Schalen und Teller* für die erste Kost
- Trinkbecher* mit auslaufsicherem Deckel
- Lätzchen* mit Auffangschutz
- Tupperdosen* für Nahrungsreste
- Pürierstab*
- Soßentopf* um kleine Portionen abzukochen
- Hochstuhl (Stokke Nomi* oder Stokke Tripp Trapp*)
Tipp: Die Beikost Einführung kann nicht nur schön, sondern auch eine große Sauerei werden. Investiert deshalb (das nötige Kleingeld vorausgesetzt) in einen vernünftigen Wischroboter wie den Roborock S8* und/oder in einen Nass-Trocken-Sauger wie den Tineco iFloor 5 Breeze*. Diese werdet ihr im Alltag mit Kind beinahe täglich benötigen.
Buchempfehlungen zur Beikost Einführung
In dieser Sammlung von Buchempfehlungen findest du wertvolle Tipps, leckere Rezepte und hilfreiche Informationen, die dir helfen, den ersten Baby Brei zu meistern. Egal, ob du Inspiration suchst oder praktische Ratschläge brauchst – diese Bücher sind perfekte Begleiter für einen gelungenen Start in die Beikost Zeit!
- Kochen für Babys: Auf die Löffel, fertig, los! (GU Küchenratgeber)*
- Das große GU Kochbuch für Babys & Kleinkinder*
- Das große Buch von Babybrei & Beikost*
- Babybeikost – Vorkochen. Einfrieren. Entspannen*
Über die Autorin:
Anja ist Journalistin mit langjähriger Erfahrung in der Eltern- und Familienberatung. Auf Elternkind.info teilst sie fundierte Ratgeber für Eltern, die auf aktuelle Studien, entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und praxisnahen Erfahrungen basieren.
Alle Inhalte werden sorgfältig recherchiert, geprüft und mit empfohlenen Leitlinien und Fachquellen abgeglichen um Eltern eine verlässliche Orientierung zu bieten. Insbesondere bei sensiblen Themen wie Ernährung, Entwicklung und Sicherheit. Dabei legt Anja Wert darauf, realistische Erwartungen zu vermitteln und Eltern in ihrer eigenen Intuition zu stärken.
„Ich möchte Eltern zeigen, dass sie nicht alleine sind. Mein Ziel ist es, Informationen praxisnah, fundiert und verständlich zu vermitteln ohne unrealistische Erwartungen zu setzen.“
Quellen:
- World Health Organization (WHO): Complementary Feeding
- European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN): Complementary Feeding Position Paper
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Breikost oder Baby-Led Weaning?
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ernährung im ersten Lebensjahr
- National Childbirth Trust (NCT): Baby Toddler Feeding
- National Health Service (NHS): Weaning and Feeding
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste Hilfe
- American Academy of Pediatrics (AAP)
- Landeszentrum für Ernährung (LErn): Der Breifahrplan
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