Babyschlaf verstehen: Ein praktischer Ratgeber für die ersten Monate
Schlaflose Nächte gehören zum Alltag und trotzdem fühlt man sich damit oft alleine. Wichtig zu verstehen ist: Babyschlaf folgt keinen festen Regeln, sondern einer biologischen Entwicklung, die Zeit, Nähe und Reife braucht.
In diesem Artikel lernst du den Baby- und Kinderschlaf besser zu verstehen und liebevoll zu begleiten, ohne starre Trainingsmethoden oder unrealistischen Versprechen. Du erfährst, wie sich der Schlafbedarf im Laufe der Monate verändert, warum nächtliches aufwachen normal ist, wie du sanftes einschlafen unterstützen kannst und wann es sinnvoll ist genauer hin zu schauen.
Alle Informationen basieren auf aktuellen Fachstudien und Leitlinien (s. Quellenverzeichnis), Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) und bewährten praxisnahen Ansätzen.
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Wieviel Schlaf braucht mein Baby wirklich?
Mit dem Einstieg in jede Schlafberatung stellt sich zuerst die Frage, wieviel Schlaf dein Baby überhaupt benötigt. Der Schlafbedarf von Babys verändert sich mit den Lebensmonaten deutlich. Während Neugeborene noch keinen festen Tag-Nacht-Rythmus haben, beginnen Babys ab dem 6. Lebensmonat langsam längere Schlafphasen zu entwickeln. In den folgenden Tabellen findest du eine Übersicht über den durchschnittlichen Schlafbedarf um den richtigen Rhythmus zu finden.
| Alter des Babys | Schlafbedarf gesamt (Stunden) | Nacht Schlaf (Stunden) | Tag Schlaf (Stunden) |
|---|---|---|---|
| 0 – 3 Monate | 14 – 17 | 8 – 11 | 5 – 8 |
| 4 – 6 Monate | 13 – 15 | 10 – 12 | 3 – 5 |
| 7 – 12 Monate | 13 – 14 | 10 – 12 | 2 – 4 |
| 1 – 2 Jahre | 13 – 14 | 10 – 12 | 2 – 3 |
| 3 – 5 Jahre | 12 – 13 | 10 – 12 | 0 – 1 |
| Alter des Babys | Optimale Bettzeit Nacht | Optimale Tagschlaf Zeiten |
|---|---|---|
| 0 – 3 Monate | 19:00 – 21:00 | Mehrere kurze Nickerchen am Tag, ca. alle 1,5–2 Stunden |
| 4 – 6 Monate | 18:00 – 20:00 | 2–3 Nickerchen (ca. 9:00, 12:00, 15:00) |
| 7 – 12 Monate | 18:30 – 20:00 | 2 Nickerchen (ca. 9:30, 14:00) |
| 1 – 2 Jahre | 19:00 – 20:30 | 1 Mittagsschlaf (ca. 12:00 – 13:30) |
| 3 – 5 Jahre | 19:00 – 20:00 | Ein kurzer Mittagsschlaf (ca. 12:30) |
Die hier gezeigten Schlaftabellen orientieren sich an den Empfehlungen der DGKJ und offiziellen Kinderspezifischen Schlafrichtlinien.
Warum Schlafbedarf nur ein Richtwert ist
Schlafbedarf-Tabellen können eine gute Orientierung geben, aber sie ersetzen nicht den Blick auf dein individuelles Kind. Babys entwickeln sich in ihrem biologischen Reifegrad unterschiedlich schnell, insbesondere was die Regulation von Schlaf- und Wachphasen betrifft. Deshalb kann der tatsächliche Schlafbedarf deutlich von Durchschnittswerten abweichen. Manche Babys benötigen mehr Schlaf, andere kommen mit deutlich weniger zurecht ohne dass dies ein Problem darstellt.
Auch das Temperament spielt eine Rolle: Manche Babys sind von Natur aus ruhiger, andere nehmen ihre Umgebung besonders intensiv wahr und benötigen häufiger Pausen. Zusätzlich können Entwicklungsschübe oder neue motorische Fähigkeiten den Schlaf vorübergehend verändern. Mehr nächtliches Aufwachen oder ein erhöhter Schlafbedarf sind in solchen Phasen ganz normal.
Nicht zuletzt beeinflussen Tagesreize den Schlaf. Viele neue Eindrücke, Besuche oder ungewohnte Situationen können dazu führen, dass Babys mehr Ruhe brauchen oder schwerer abschalten.
Schlaf-Tabellen sind daher am hilfreichsten, wenn sie nur zur Orientierung verwendet werden. Jedes Kind ist individuell und jeder Tag sieht anders aus. Es ist nicht schlimm, wenn die Zeiten von eurem tatsächlichen Schlafverhalten abweichen. Solange dein Baby gut gelaunt aus seinen Schläfchen erwacht, ist der Schlaf in der Regel ausreichend, auch wenn die Zeiten von den Tabellen abweichen.
Warum der Tagschlaf entscheidend für den Nachtschlaf ist
Der Tagschlaf spielt eine zentrale Rolle für den gesamten Schlaf deines Babys, insbesondere für den Nachtschlaf. Entgegen der verbreiteten Annahme gilt: Ein Baby schläft nachts nicht besser, wenn es tagsüber weniger schläft. Im Gegenteil werden die Nächte deutlich unruhiger, wenn dein Baby tagsüber übermüdet.
Schläft ein Baby tagsüber zu wenig oder sehr unregelmäßig, gerät sein Nervensystem unter Stress. Die Folge sind Übermüdung, vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und dadurch häufigeres nächtliches Aufwachen. Um also den Nachtschlaf deines Kindes zu verbessern, musst du auch die Tagschläfchen fest in euren Alltag einplanen.
Wichtig dabei ist das richtige Maß: Sehr kurze Tagschläfchen (unter ca. 30Minuten) reichen häufig nicht aus, um eine vollständige Schlafphase zu durchlaufen. Dein Baby wacht dann oft erschöpfter auf als davor. Gleichzeitig sollten die Tagschläfchen nicht zu lange oder zu spät stattfinden, da sie sonst den abendlichen Schlafdruck verringern. Für die optimale Schlafenszeiten orientierst du dich am Besten an der Schlaftabelle, den individuellen Müdigkeitsanzeichen deines Babys und der 2-3-4 Regel.
Wie Babyschlaf biologisch funktioniert
Die Schlafphasen eines Babys unterscheiden sich erheblich von denen eines Erwachsenen. Während Erwachsene längere Tiefschlafphasen haben, verbringen Babys einen großen Teil ihres Schlafs im sogenannten Leicht- oder Traumschlaf. Das ist kein Nachteil, sondern biologisch sinnvoll: In diesen Phasen reift das Gehirn besonders intensiv. Mit zunehmendem Alter wird diese Leichtschlafphase immer kürzer und der erholsame Tiefschlaf länger. Eine Schlafphase (oder auch Schlafzyklus) dauert in der Regel 50 bis 60 Minuten. Im Grunde besteht dieser Zyklus aus zwei Hauptphasen: REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) und Non-REM-Schlaf.
REM-Schlaf (Traumschlaf)
Der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) macht bei Neugeborenen über 50% des Gesamtschlafs aus. in dieser Phase ist die Gehrinaktivität hoch, die Augen bewegen sich unter den Lidern und das Baby kann leicht aufwachen. Viele Entwicklungsprozesse, insbesondere die Verarbeitung von Reizen und Lernen, finden in dieser Phase statt. Babys lassen sich im REM-Schlaf nur schwer ablegen und reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer Umgebung. Das erklärt, warum viele Babys beim Ablegen wieder aufwachen.
Non-REM-Schlaf (Tiefschlaf)
Auf den REM-Schlaf folgt der Non-REM-Schlaf. Diese Phase ist geprägt von tiefer Entspannung, körperlicher Regeneration und Wachstum. Dein Baby ist nun deutlich schwerer zu wecken. Mit zunehmendem Alter verlängern sich die Tiefschlafanteile, während der REM-Schlafanteil langsam abnimmt. Das ist ein Zeichen für die Reifung des Schlafsystems. Beim Wechsel zwischen REM und dem Non-REM-Schlaf wachen Babys, übrigens genau wie Erwachsene, kurz auf. Wenn sie sich dabei sicher und geborgen fühlen, finden sie meist selbstständig zurück in den nächsten Schlafzyklus.
Viele Babys erleben im ersten Lebensmonat nicht nur Schlafveränderungen, sondern auch Bauchprobleme wie Koliken, die den Schlaf beeinflussen können. Mehr dazu im Artikel „Koliken beim Baby: Ursachen und Hilfe“.
Wann schlafen Babys durch? Eine realistische Einschätzung
Der Begriff „Durchschlafen“ wird im Zusammenhang mit Babys häufig missverstanden und stellt zu hohe Erwartungen. Durchschlafen bedeutet bei Babys nicht, dass sie 8-10 Stunden ununterbrochen schlafen. In der Schlafmedizin gilt ein Zeitraum von 5-6 Stunden am Stück bereits als durchschlafen.
In den ersten Lebensmonaten ist häufiges nächtliches Aufwachen völlig normal und sogar notwendig, da Babys regelmäßig Nahrung und Nähe benötigen. Neugeborene sollten sogar alle 2 bis 3 Stunden aktiv zum trinken geweckt werden. Mit etwa 6 Monaten können viele Babys längere zusammenhängende Schlafphasen erreichen. Dennoch wachen auch dann viele Kinder noch ein- bis zweimal pro Nacht auf. Nicht aus Hunger, sondern aus dem Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit.
Statt auf „Durchschlafen“ hinzuarbeiten ist es hilfreicher, realistische Erwartungen zu entwickeln und den Schlaf liebevoll zu begleiten. Routinen, eine sichere Schlafumgebung und das beobachten von Müdigkeitsanzeichen können dir dabei nachhaltig helfen.
Hinweis: Selbst ab einem Alter von 2 Jahren wachen 50% der Kinder nachts noch ein- bis zweimal auf, da sie die Nähe ihrer Eltern suchen. Das ist kein Zeichen von schlechten Gewohnheiten oder fehlender Selbstständigkeit, sondern Teil einer normalen Entwicklung.
Müdigkeitsanzeichen erkennen und richtig reagieren
Übermüdung ist einer der häufigsten Gründe für Ein- und Durchschlafprobleme bei Babys. Wird ein Baby übermüdet, schüttet sein Körper vermehrt Stresshormone wie Cortisol aus. Das erschwert das einschlafen, führt zu unruhigem Schlaf und frühem Aufwachen.
Typische Müdigkeitsanzeichen sind:
- Augenreiben
- Gähnen
- Unruhiges oder quengeliges Verhalten
- Abwesenheit im Blick
- Ohrenziehen oder Kopf auf die Seite legen
Jedes Baby entwickelt jedoch individuelle Signale, welche du in keiner Tabelle findest. Manche werden sehr still, andere besonders aktiv. Je früher du diese Zeichen erkennst, desto leichter gelingt der Übergang in den Schlaf. Beobachte sein Verhalten, damit du die Schlafsignale deines Babys zuverlässig erkennen kannst. Wenn dein Baby bereits eindeutige Müdigkeitsanzeichen zeigt, ist es sinnvoll das Einschlafritual zu verkürzen oder dein Baby direkt in den Schlaf zu begleiten. Zu lange oder aufwändige Rituale können dazu führen, dass das sogenannte „Schlaf-Fenster“ verpasst wird und dein Baby wieder hellwach ist.
Die 2-3-4 Regel
Die 2-3-4 Regel beschreibt typische Wachzeiten bei Babys im Alter von etwa 5 bis 12 Monaten:
- 2 Stunden Wachzeit nach dem Aufstehen
- 3 Stunden Wachzeit nach dem ersten Tagschlaf
- 4 Stunden Wachzeit vor dem Tagschlaf
Nicht jedes Kind passt exakt in dieses Schema. Die Regel kann helfen, einen groben Tagesrhythmus zu entwickeln, sollte jedoch niemals gegen die Bedürfnisse deines Babys durchgesetzt werden. Achte deshalb weiterhin auf die Müdigkeitsanzeichen deines Kindes.
Sicherheit und Schlafumgebung beim Babyschlaf
Die Schlafumgebung deines Babys muss immer sicher sein! Die folgenden Empfehlungen orientieren sich an internationalen Leitlinien zur Reduktion des plötzlichen Kindstod (SIDS):
- Dein Baby sollte im ersten Lebensjahr im eigenen Bett im Elternschlafzimmer schlafen.
- Lege dein Baby immer in Rückenlage schlafen.
- Keine Kissen, Decken, Bettschlange, Kuscheltiere und alles was das Gesicht bedecken kann im Bett.
- Keine Schnullerketten, Schmuckketten, Bernsteinketten oder sonstigen Gegenstände, welche ein Strangulationsrisiko bergen können im Bett.
- Verwende eine mittelharte und atmungsaktive Matratze, damit das Gesicht deines Babys nicht einsinken kann.
- Nutze einen Schlafsack anstatt einer Decke.
- Halte die Raumtemperatur bei etwa 16-18 Grad oder passe die Kleidung entsprechend an.
- Einschlafstillen oder ein Schnuller können das SIDS-Risiko verringern.
Neben einer sicheren Schlafumgebung spielt auch die passende Ausstattung fürs Baby eine Rolle. Tipps dazu findest du im Artikel „Erstausstattung – was braucht man wirklich?“. Dieser Artikel behandelt u.a. auch Schlafzubehör wie Babybett, Matratze und Kleidung.
Was ziehe ich meinem Baby zum Schlafen an?
Die richtige Kleidung unterstützt dein Baby dabei, entspannt zu schlafen und weder zu frieren noch zu überhitzen. Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht zuverlässig regulieren, weshalb die Schlafkleidung an die Raumtemperatur angepasst werden sollte.
Eine hilfreiche Orientierung bieten sogenannte TOG-Werte (Thermal Overall Grade). Sie geben an, wie stark ein Textil wärmt. Schlafsäcke mit niedrigem TOG-Wert sind für den Sommer geeignet, während Schlafsäcke mit hohem TOG-Wert für den Winter ideal sind.
Grundregel: Fühle regelmäßig im Nacken deines Babys. Ist er warm und trocken, ist dein Baby passend gekleidet. Kalte Hände oder Füße sind dabei kein verlässlicher Hinweis.
Orientierung für die Nacht:
- 16–18°C: Schlafsack mit 2.5 TOG + langärmliger Schlafanzug + langärmliger Body
- 18–20°C: Schlafsack mit 1.0 TOG + langärmliger Schlafanzug + langärmliger Body
- 20–22°C: Schlafsack mit ca. 1.0 TOG + langärmliger Schlafanzug + kurzärmliger Body
- über 22°C: leichter Schlafsack (0.5 TOG) + kurzärmliger Body
- über 24°C: kein Schlafsack, nur einen kurzärmligen Body oder nackt
Die ideale Schlaftemperatur für Babys liegt übrigens zwischen 16°C und 18°C. Lieber etwas kühler als zu warm – Überhitzung belastet den Schlaf und erhöht gesundheitliche Risiken.
Tipp: Du bist auf der Suche nach einem Babyschlafsack? Wie wäre es mit diesem Winterschlafsack* oder diesem Sommerschlafsack* aus der Vertbaudet Bio-Kollektion.
Wie kann ich sanftes Einschlafen ohne Schlaftraining fördern?
Sanftes Einschlafen bedeutet, dein Baby beim Übergang in den Schlaf liebevoll zu begleiten ohne es alleine zu lassen oder zu überfordern. In den ersten Lebensmonaten ist Nähe kein „schlechtes Verhalten“, sondern ein biologisches Grundbedürfnis.
Methoden des klassischen Schlaftrainings sind frühestens ab etwa 6 Monaten sinnvoll. Erst ab da hat dein Baby auch gelernt Tag von Nacht zu unterscheiden und einen kompletten Schlafzyklus zu durchlaufen, was die Grundvoraussetzung für ein Schlaftraining ist. Ein Schlaftraining ist aber nicht für jedes Kind geeignet. Selbstständiges Einschlafen ist ein Reifungsprozess, der sich nicht erzwingen lässt.
Eine bewährte Methode ist die sogenannte „Pick-Up/Put-Down“-Methode, bei der du das Baby tröstest ohne es an eine Einschlafhilfe wie Stillen oder Schaukeln zu gewöhnen. Diese Methode kann wie folgt angewendet werden:
- Ruhige Umgebung schaffen:
Bevor du das Baby ins Bett bringst, bereite die Schlafumgebung vor. Das Zimmer sollte abgedunkelt und ruhig sein. Eine konstante Schlafatmosphäre hilft dem Baby, den Übergang von Wach- zu Schlafphasen zu erkennen. Vermeide es, das Licht anzuschalten und verwende stattdessen eine Nachtlampe, falls nötig. - Schläfrigkeit erkennen:
Lege das Baby wach, aber schläfrig ins Bett. Dies ist der Schlüssel zu dieser Methode – das Baby sollte lernen, selbstständig einzuschlafen, ohne dabei in den Armen der Eltern oder beim Stillen einzuschlafen. Du kannst das Baby sanft streicheln, ihm ruhig zureden oder ein Schlaflied singen, um es zu beruhigen. - Beruhigen und Trösten:
Wenn das Baby zu weinen beginnt, hebe es hoch oder tröste es, bis es sich beruhigt hat. Dies vermittelt dem Baby das Gefühl, dass es nicht allein gelassen wird und stärkt sein Vertrauen. Sobald es sich beruhigt hat, legst du es zurück ins Bett, auch wenn es noch wach ist. Sollte dein Baby in dem Bett aufstehen, lege es behutsam wieder hin um ihm zu signalisieren, was du von ihm erwartest. - Signalwort etablieren:
Wenn du dein Baby tröstest, verwende immer die gleichen Wörter wie „schh schh“ oder „Wir schlafen jetzt“. Flüstere nur und bleibe dabei ruhig und gelassen. Dein Baby wird die Worte bald mit dem Schlafen assoziieren. Achte jedoch darauf, die Worte nur in einem positiven Moment zu verwenden (wenn dein Baby nicht weint). - Wiederholung:
Wiederhole diesen Vorgang, bis das Baby einschläft. Anfangs kann dieser Prozess länger dauern und viele Nerven kosten, aber mit der Zeit lernt dein Baby, dass es sicher ist und ohne intensive Hilfe einschlafen kann.
Diese Methode erfordert viel Geduld und Konsistenz, aber sie ist eine sanfte Möglichkeit, das Baby an selbstständiges Einschlafen zu gewöhnen ohne dass es das Gefühl hat alleine gelassen zu werden.
Tipp: Manche Babys mögen die komplette Dunkelheit nicht oder schlafen mit sanftem Licht ruhiger ein. Ein Nachtlicht kann hier wunder wirken. Es gibt Nachtlichter mit diversen Funktionalitäten, wie dem Abspielen von Schlafliedern, dem Erkennen von Babyweinen und dem Nachahmen von Atembewegungen oder Herzschlägen. Für uns hat jedoch ein einfaches Nachtlicht* ohne Ablenkungen oder Geräuschen, welches das Kind eigenständig an- und abschalten kann, am Besten funktioniert.
Praktische Abendroutinen für Babys unter 6 Monaten
Eine konstante Zu-Bett-geh-Routine ist für Babys besonders wichtig, da sie dabei hilft den Tag abzuschließen und sich auf den Schlaf vorzubereiten. Solche Routinen signalisieren dem Baby, dass es bald Zeit ist sich zu entspannen und zu schlafen. Sogar Kinder bis zum Alter von 10 Jahren sehnen sich nach einer ruhigen Stunde mit den Eltern vor dem Schlafen. Eure Einschlaf-Rituale werden euch eine sehr lange Zeit begleiten, müssen aber auf keinen Fall etwas ausgefallenes sein. Ein warmes Bad und danach eine Gute-Nacht Geschichte sind völlig ausreichend. Am Besten beginnt ihr mit den Ritualen eine Stunde vor dem Zu-Bett-gehen.
Hier kommen 3 praktische Abendroutinen für Babys unter 6 Monaten:
- Baden, Stillen/Flasche und Schlaflied:
- 17:00Uhr: Lasse deinem Baby ein warmes Bad ein. Das Wasser beruhigt und hilft beim entspannen.
- 17:30Uhr: Jetzt wird gewickelt, Schlafanzug angezogen und anschließend gestillt/gefüttert.
- 18:00Uhr: Beende den Abend mit einem Schlaflied während dein Baby in deinen Armen kuschelt.
- Abendspaziergang, Schlafanzug anziehen und Gute-Nacht-Geschichte:
- 17:30Uhr: Unternehmt einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Das beruhigt und signalisiert deinem Baby, dass der Tag zu Ende geht.
- 18:00Uhr: Jetzt wird gewickelt und der Schlafanzug angezogen. Du kannst deinem Baby noch eine kleine Bauchmassage geben, wenn du möchtest.
- 18:15Uhr: Dimme das Licht, kuschelt euch ein und erzähle deinem Baby eine Gute-Nacht Geschichte. Das kann aus einem kurzen, altersgerechten Bilderbuch sein oder ein kleiner Reim. Eine 5 minütige Geschichte ist für ein Baby unter 6 Monaten völlig ausreichend. Anschließend kannst du dein Baby einschlafstillen.
- Schlafanzug anziehen, Singen und Einschlafstillen:
Diese Routine ist ideal, wenn es mal später geworden ist- 18:30Uhr: Wickeln und Schlafanzug anziehen
- 18:45Uhr: Dimme das Licht, kuschelt euch in das Bett und singe deinem Baby noch ein kurzes Schlaflied vor. Du kannst es nebenher gerne streicheln.
- 18:50Uhr: Zeit zum schlafen. Jetzt kannst du dein Baby Einschlafstillen.
Solche Routinen schaffen Wiedererkennungsmuster, die den Übergang vom Wachsein zum Schlafen erleichtern. Dabei muss sie nicht jeden Tag gleich ausfallen. Solange du bekannte Muster übernimmst (z.B. Schlafanzug anziehen, Lied singen, etc.) darfst du die Schlafroutine auch mal kürzer oder länger gestalten. Achte jedoch darauf, dass dein Baby dabei nicht übermüden sollte.
Du kannst für natürliche Abend-Rituale auch Düfte zur Beruhigung nutzen. Praktische Ideen und wissenswertes zur Anwendung findest du im Artikel „Ätherische Öle für Babys“.
Diese Einschlafbegleitung klappt für uns am Besten:
Es gibt viele Möglichkeiten die Einschlafbegleitung zu gestalten. Wichtig ist, dass du eine Methode findest, die für euch beide funktioniert. Im Grunde geht es bei einer guten Einschlafbegleitung darum, das Kind nach eurem Abendritual ins Bett zu legen und so lange bei ihm zu bleiben, bis es eingeschlafen ist. Wie es für uns am Besten funktioniert erfährst du hier:
Ich dimme das Licht im Schlafzimmer, gebe dem Kind noch einen Gute-Nacht-Kuss und erzähle noch eine kleine Geschichte. Dann schalte ich das Licht ganz aus und lege meine Hand auf dem Rücken meines Kindes ab, damit es noch den Körperkontakt spüren kann. Wenn mein Kind deine Hand nicht möchte und sie zur Seite wirft, lasse ich sie einfach neben ihm liegen.
Manchmal bewegt sich mein Kind im Bett noch sehr viel, fängt an sich zu drehen, zu treten oder auch zu reden. Er versucht damit sein Nervensystem vor dem Einschlafen noch zu beruhigen. Ich lasse ihn dann einfach machen und bleibe ruhig daneben. Wichtig ist, dass du während der Einschlafbegleitung nur mit deinem Kind redest, wenn es wirklich sein muss.
Während der Einschlafbegleitung versuche ich mich selbst zu beruhigen und den Tag ab zu schließen. Dein Kind hat ein sehr feines Gespür und merkt, wenn du Gedanklich bereits wieder am Aufstehen bist und die tausend To-Dos noch erledigen möchtest, wenn es endlich eingeschlafen ist. Meine Angespanntheit und Unruhe überträgt sich in dieser Situation auf mein Kind, was den Prozess des Einschlafens nur verlängert. Ich atme mehrmals langsam tief ein und aus und versuche alle Gedanken von mir zu schieben. Ich konzentriere mich auf den Moment und genieße die gemeinsame Kuschel-Zeit. Manchmal sage ich meinem Partner vor dem Schlafen welche Aufgaben im Haushalt noch erledigt werden müssen und bitte ihn diese zu übernehmen. Dadurch haben wir nach der Einschlafbegleitung noch gemeinsame Quality-Time.
An manchen Tagen möchte mein Kind auch einfach nicht schlafen und weint und schreit deshalb. In dieser Situation lasse ich es nicht alleine! Ich bleibe bei meinem Kind und versuche es durch flüstern, singen oder einfach nur durch kuscheln und Hand auflegen wieder zu beruhigen. Wenn mein Kind versucht auf zu stehen, lege ich es wieder sanft hin um ihm zu zeigen, dass wir jetzt schlafen wollen. Ich wiederhole diesen Vorgang, bis mein Kind ruhiger wird und bereit ist zu schlafen. Wichtig ist, dass du selbst ruhig und gelassen bleibst und nicht genervt wirst. Mach dir klar, dass auch diese Tage vorbei gehen und dein Kind mit der Zeit immer selbstständiger einschlafen wird.
Falls du die Möglichkeit hast, kannst du dich bei der Einschlafbegleitung auch mit deinem Partner abwechseln. Das stärkt die Bindung zwischen euch und eurem Kind und ermöglicht jedem von euch etwas Me-Time während der Andere das Kind ins Bett bringt.
Tipp: Die Einschlafbegleitung nervt dich oder dauert ewig? Wie wäre es, wenn du nebenher ein Hörspiel hörst (leise) oder die Zeit für Beckenboden Übungen nutzt? Achte jedoch darauf, kein Licht an zu schalten. Auch hat das Handy bei der Einschlafbegleitung nichts zu suchen, lasse es deshalb am Besten außerhalb des Schlafzimmers.
Schlafregression und Entwicklungsschübe verstehen
Schlafregressionen sind vorübergehende Phasen, in denen sich der Schlaf verschlechtert. Sie treten in der Regel in bestimmten Entwicklungsphasen auf, in denen das Baby körperlich, geistig oder emotional wächst und sich verändert. Schlafregressionen sind nicht nur frustrierend für doch, sondern auch für dein Baby, da es sich an neue Fähigkeiten anpassen muss. Es ist wichtig, geduldig zu sein und eine beruhigende Schlafumgebung sowie konsistente Rituale zu schaffen, um deinem Baby zu helfen. Mit der Zeit wird es wieder zu einem besseren Schlafrhythmus finden und diese Phasen werden überwunden.
Wann treten Schlafregressionen auf?
Schlafregressionen können zu verschiedenen Zeiten im ersten Lebensjahr auftreten, wobei die häufigsten Zeitpunkte bei den folgenden Altersgruppen liegen:
- 4 Monate:
In dieser Phase beginnt sich der Schlafrhythmus des Babys zu stabilisieren. Es kann sein, dass dein Baby beim Übergang zwischen den Schlafzyklen aufwacht und Schwierigkeiten hat, wieder einzuschlafen. - 8-10 Monate:
In diesem Alter entwickeln Babys oft neue motorische Fähigkeiten, wie das Krabbeln oder Sitzen. Diese Entwicklungen können die Schlafgewohnheiten beeinflussen und zu häufigem Wachwerden führen. - 12 Monate:
Viele Babys machen in diesem Alter einen Entwicklungsschub durch, der sich auf ihren Schlaf auswirkt. Das Bedürfnis nach Nähe kann steigen, was das Einschlafen erschweren kann. - 18 Monate:
In dieser Phase können auch emotionale Veränderungen auftreten, die das Schlafverhalten beeinflussen. Trennungsangst kann verstärkt auftreten, was dazu führen kann, dass das Baby Schwierigkeiten hat, alleine einzuschlafen.
Anzeichen einer Schlafregression
Die Anzeichen einer Schlafregression können variieren und sind von Kind zu Kind unterschiedlich. Die meisten äußern sich jedoch in:
- Häufiges Aufwachen während der Nacht
- Schwierigkeiten beim Einschlafen
- Kürzere Nickerchen tagsüber
- Quengeliges oder unruhiges Verhalten
- Widerstand gegen das Zubettgehen
Ursachen der Schlafregression
Schlafregressionen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie:
- Entwicklungsschübe:
Während dieser Phasen macht das Baby große Fortschritte in seiner motorischen und kognitiven Entwicklung, was sich auf den Schlaf auswirken kann. - Änderungen im Alltag:
Umzüge, Reisen oder Änderungen im Familienleben können Stress verursachen, der den Schlaf beeinträchtigt. - Zahnen:
Der Zahnungsprozess kann schmerzhaft sein und dazu führen, dass Babys unruhig schlafen. - Trennungsangst:
Wenn Babys beginnen, sich ihrer Umgebung bewusster zu werden, können sie Angst haben, von den Eltern getrennt zu sein.
Das kannst du bei einer Schlafregression tun:
Du kannst die Schlafregression zwar nicht beenden, aber angenehmer gestalten. Denke auch hier immer daran: Babyschlaf entwickelt sich schneller als dir lieb ist. So plötzlich wie die Schlafregression gekommen ist, wird sie auch wieder vorbei gehen.
- Halte eine konsistente Routine ein:
Eine feste Abendroutine gibt deinem Baby Sicherheit und hilft ihm, sich auf den Schlaf vorzubereiten. - Sei geduldig:
Schlafregressionen sind in der Regel vorübergehend. Gebe deinem Baby die Zeit, die es braucht, um sich anzupassen. - Schaffe eine ruhige Schlafumgebung:
Achte darauf, dass das Schlafzimmer dunkel, ruhig und angenehm temperiert ist. Ein ruhiger Schlafplatz hilft die Schlafqualität zu verbessern. - Ganz viel kuscheln:
Dein Baby braucht in dieser Zeit besonders viel Nähe. Versuche so oft es geht mit deinem Schatz zu kuscheln oder trage es häufiger in einer Babytrage. - Alltag entspannt gestalten:
Versuche den Alltag entspannter zu gestalten. Nehmt (wenn überhaupt) nur an einzelnen Babykursen teil und plant keine weiteren aufregenden Aktivitäten für den Tag mehr ein. Du kannst auch arbeiten im Haushalt zurück stellen, bis es deinem Baby wieder besser geht.
Wenn es Veränderungen im Alltag gibt, versuche diese sanft und schrittweise einzuführen, um deinem Baby zu helfen sich anzupassen.
Nächtliches Aufwachen kann auch mit Schlaf- und Füttergewohnheiten zusammen hängen. Wie du sanftes Abstillen angehen kannst, erfährst du im Artikel „Abstillen: Der sanfte Weg für Mutter und Kind.“ Der verlinkte Artikel thematisiert Nähe, Routinen und Übergänge die sich direkt auf das Schlafverhalten auswirken.
Häufige Fragen und Mythen über Babyschlaf
Hier findest du praktische Tipps für die häufigsten Babyschlaf-Fragen und die Wahrheit über die hartnäckigsten Mythen:
Babys müssen durchschlafen lernen
Durchschlafen ist ein Entwicklungsschritt und kann nicht erlernt werden. Du kannst deinem Baby Nähe und Geborgenheit schenken, um es dabei zu unterstützen.
Soll ich nachts wickeln?
Wenn das Kind nachts aufwacht, checken wir auch gleich die Windel. Manche wechseln pflichtbewusst alle 3h tags wie nachts die Windel. Jedoch weckst du dein Baby mit dem verfrachten auf den Wickeltisch, dem hellen Licht und dem ausziehen nur unnötig auf. Wechsele die Windel über Nacht nur, wenn es wirklich notwendig ist (etwa bei Stuhlgang oder sehr voller Windel). Halte dabei das Licht gedimmt oder verwende eine Stirnlampe. Wickele das Kind zügig, aber ruhig und flüstere dabei. Verwende zum Abwaschen eine warmen Lappen oder warme Tücher.
Warum wacht mein Baby sofort wieder auf?
Während des Übergangs von der Tiefschlafhase in die Traumschlafphase ist es ganz normal, dass dein Baby (und auch du!) kurz aufwacht. Dabei geschieht ein kleiner Sicherheitscheck. Dein Baby prüft „Wo bin ich? Ist Mama noch da? Bin ich sicher?“. Du musst also sicher stellen, dass dein Baby sich wohl fühlt damit es in den Traumschlaf wechseln kann. Am Besten geht das, wenn dein Baby die gleiche Situation wie beim einschlafen vorfindet.
Konkret heißt das:
Wenn dein Baby leicht einschläft, aber bereits nach einer halben Stunde wieder aufwacht, kannst du dich kurz vor seiner üblichen Aufwachzeit vor seinem Bett positionieren. Sobald dein Baby aufwacht, bist du sofort zur Stelle und hilfst ihm wieder zurück in den Schlaf. Meist hilft es bereits, das Baby einfach wieder ins Bett zu legen, leise „schh schh…Schlafenszeit“ zu flüstern und die Hand sachte auf seinem Rücken abzulegen. Nach ungefähr einer Woche des schnellen Eingreifens, wird dein Baby länger schlafen können.
Achte jedoch darauf, das Licht in eurem Schlafzimmer nicht an zu machen und dich nicht hektisch zu bewegen. Versuche ruhig, gelassen und entspannt zu bleiben, um deinem Baby ein Gefühl der Sicherheit zu geben.
Falls dein Baby auf dem Arm eingeschlafen ist und nach dem Ablegen sofort wieder aufwacht, lasse dein Baby nach dem Einschlafen weitere 8 Minuten auf deinem Arm, bevor du es ablegst. Die meisten Babys befinden sich nach dieser Zeit in einem Tiefschlaf und werden durch das Ablegen nicht wieder aufgeweckt.
Warum will mein Baby nicht schlafen?
Wenn Babys nicht schlafen wollen, liegt das selten an „Widerstand“, sondern meist an Übermüdung, Reizüberflutung oder einem hohen Nähebedürfnis. Gerade in den ersten Monaten regulieren Babys ihr Nervensystem über Körperkontakt. Tragen, Kuscheln und gemeinsames Ruhen sind daher keine schlechten Gewohnheiten, sondern entwicklungsgerechte Strategien.
Die Vorstellung, dass ein Kind von klein auf in seinem eigenen Bett eigenständig schläft, entspricht nicht der Natur eines Babys. Es wäre ohne den Schutz der Mutter den Evolutionsbedingten Gefahren hilflos ausgesetzt und benötigt daher durchgehend die körperliche Nähe. Die Vorstellung des eigenständigen Schlafens findet sich hauptsächlich in der westlichen Kultur wieder und ist in den 50er Jahren entstanden. Durch das Ablegen des Babys hatte die Frau die Hände frei, um ihren „Haushaltspflichten“ nachkommen zu können.
Blickt man jedoch einmal nach Afrika, stellt man fest, dass die Frauen ihre Kinder den ganzen Tag über tragen. Sie werden sogar so lange auf dem Rücken getragen, bis sie eigenständig laufen können. In Südamerika oder Asien würde es schon als Kindesvernachlässigung angesehen werden, das Kind ganz alleine schlafen zu lassen. Hier ist es nicht ungewöhnlich, dass die Kinder sogar mit 7 Jahren noch im Bett der Eltern schlafen. Probleme mit nächtlichen Ängsten oder Bettnässen gibt es in diesen Kulturen kaum, da die Kinder sich bei den Eltern sicher und geborgen fühlen.
Aber wie hilft das nun mir?
Ganz einfach: Trage dein Baby! Trage dein Baby tagsüber solange du kannst in einer Babytrage*! Du wirst merken, wie es sich Tag für Tag darin wohler fühlt und entspannter wird. Lege dein Baby auch nicht ab wenn es eingeschlafen ist, sondern lass es sein Nickerchen in der Trage halten. Achte auch darauf, dass dein Kind genügend in der Trage schläft. Je nach Alter sind das ca. 5 Stunden täglich mit mehreren kleinen Nickerchen.
Führe auch bei den Tagschläfchen Routinen ein. Achte darauf, dass dein Baby regelmäßig zur selben Uhrzeit seine Schläfchen macht. Gehe hierzu am Besten 4x täglich für jeweils mindestens eine halbe Stunde mit deinem Kind in der Trage nach draußen. Frische Luft und die vielen neuen Eindrücke außerhalb des Hauses wirken besonders einschläfernd und auch positiv auf die Gesundheit. Empfehlenswerte Uhrzeiten für die Frischluftspaziergänge sind kurz nach dem Frühstück, erneut gegen 10:00Uhr, nach dem Mittagessen und das letzte mal gegen 16:00Uhr.
Wenn dein Kind tagsüber genügend Schlaf bekommt um nicht mehr übermüdet zu sein und auch sein Bedürfnis nach Körperkontakt vollständig gestillt wird, wirst du sehen, wie auch die Nächte deutlich entspannter für euch beide werden.
Sollte das regelmäßige Tragen keine Besserung bringen, oder du dein Kind aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen kannst, kann sich die Anschaffung einer Federwiege* für euch lohnen. Zögere mit dem Kauf nicht zu lange, um euch nicht unnötig mit schlaflosen Nächten und Stress zu belasten. Meist kannst du die Federwiegen für eine gute Summe auf Ebay Kleinanzeigen wieder verkaufen. Achte jedoch auch bei der Federwiege auf Regelmäßigkeit und Routinen!
Tipp: Nicht jedes Baby mag jede Trage. Es gibt unterschiedliche Tragesysteme, die deinem Baby mal mehr und mal weniger behagen können. Am Besten leihst du dir erstmal eine Trage zum Testen aus, bevor du sie dir kaufst. Frag dazu auch deine Hebamme! Meist haben sie ein paar Modelle da oder können von ihren Erfahrungen berichten.
Schlaftraining schadet immer
Das Wort „Schlaftraining“ hat einen negativ behafteten Kontext. Es schadet deinem Baby, wenn du es einfach schreien lässt ohne seine Gefühle zu begleiten. Schlaftraining an sich kann jedoch auch mit sanften Methoden und ohne „im Stich lassen“ erfolgen, sodass du deinem Kind damit keinen Schaden zufügst.
Müde Babys schlafen besser
Der Schlafdruck muss hoch genug sein, damit ein Baby schlafen kann. Allerdings schlafen übermüdete Babys deutlich schlechter! Aufgrund der höheren Konzentration an Stresshormonen in ihrem Körper schlafen sie unruhig und wachen häufiger und früher wieder auf.
Soll ich mein Baby nachts füttern?
Wenn dein Baby nachts mehrmals hungrig aufwacht, solltest au es auf alle Fälle stillen oder füttern! Es gibt Babys, welche bis zum Alter von 12 Monaten immer noch alle 4 Stunden nachts hungrig aufwachen und nach der Brust verlangen. Verweigere ihnen diese Mahlzeit nicht. Bis zu einem Alter von 9 Monaten werden diese nächtlichen Mahlzeiten sogar gebraucht um zu wachsen. Selbst 18 Monate alte Kinder können direkt vor dem zu Bett gehen noch eine Mahlzeit benötigen um bis zum nächsten Morgen ohne Hunger durch zu halten. Sobald dein Baby jedoch an deiner Brust oder der Flasche nur noch nuckelt anstatt zu trinken oder nur noch aus Gewohnheit aufwacht, kannst du über eine Änderung eurer Schlafgewohnheiten nachdenken.
Sobald sich die ersten Zähne deines Babys zeigen, solltest du jedoch beachten, dass auch Muttermilch Milchzucker enthält. Wenn dein Baby nachts dauerhaft an deiner Brust nuckelt, werden seine Zähne kontinuierlich mit Milchzucker umspült. Dieser hat dieselbe Wirkung wie Zucker aus Süßigkeiten und kann zu Karies führen. Versuche deshalb die letzte Trinkmahlzeit auf einen früheren Zeitpunkt in eurer Abendroutine zu verschieben, damit du deinem Baby danach noch die Zähne putzen kannst.
Achtung: Hier lag die Betonung auf dauerhaft und nuckeln! Richtiges nächtliches trinken schadet den Zähnen deines Babys nicht! Die Milch wird dabei direkt in den Gaumen gespritzt und kommt kaum bis gar nicht mit den Zähnen deines Babys in Berührung. Stillen im Allgemeinen bietet deinem Baby zahlreiche Vorteile, weshalb du es nicht aufgrund der ersten Zähnen beenden solltest.
Hilfe, mein Baby schläft nur an der Brust ein
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Babys beim Stillen einschlafen. Für sie ist das Saugen an der Brust beruhigend und vermittelt Nähe und Geborgenheit. Wenn dies mit zunehmendem Alter jedoch zur einzigen Einschlafhilfe wird, wünschst du dir vielleicht eine Alternative. Werden keine anderen Einschlafmethoden geschaffen, kann sich eine Schlaf-Nuckel-Assoziation bilden.
Die Schlaf-Nuckel-Assoziation beschreibt das Phänomen, dass Babys das Saugen – sei es an der Brust, am Schnuller oder der Flasche – mit dem Einschlafen verbinden. Das ist zunächst unproblematisch, kann jedoch herausfordernd werden, wenn das Baby bei jedem nächtlichen Aufwachen dieselbe Hilfe benötigt um wieder einzuschlafen. Das Kind ist ohne das Nuckeln nicht fähig zwischen den einzelnen Schlafzyklen zu wechseln und wacht deshalb tagsüber und nachts ca. jede Stunde wieder auf.
Um diese Assoziation zu durchbrechen, musst du das Nuckeln als Einschlafhilfe abgewöhnen. Du kannst eine sanfte, alternative Einschlafmethode wie Streicheln, Singen oder das Etablieren eines festen Schlafrituals einführen. Wichtig ist, dabei geduldig vorzugehen und das Baby schrittweise an die andere Einschlafhilfe zu gewöhnen.
Ebenfalls vielversprechend ist die Ausschleichmethode. Dabei lässt du dein Kind vor dem Schlafen an deiner Brust nuckeln. Kurz vor dem Einschlafen löst du es von der Brust und versuchst es anderweitig in den Schlaf zu bringen. Falls dein Kind anfängt zu weinen, lässt du es erneut nuckeln und startest nach kurzer Zeit den nächsten Versuch. Dieses Vorgehen wiederholst du Nacht für Nacht, wobei du dein Kind immer früher von der Brust löst, bis es schließlich ganz ohne Nuckeln einschlafen kann. Die Ausschleichmethode ist die sanfteste Art, dein Baby von der Brust zu entwöhnen, benötigt aber auch eine Menge Geduld. Am Anfang kann es einige Versuche und Nächte dauern, bis dein Baby mit der neuen Situation zufrieden ist.
Ständiges Stillen/Tragen/Schaukel führt zu Schlafassoziationen
Babyschlaf verändert sich ständig. Nur weil dein Baby heute nur durch Tragen in den Schlaf findet, heißt das nicht, dass es das in 2 Wochen auch noch tut. Wenn daraus eine Schlafassoziation entsteht, ist erstmal nichts falsch daran. Diese wird sich mit zunehmenden Lebensmonaten auch wieder verändern oder ganz verschwinden. Oder schaukelst du dich heute noch in den Schlaf? 😉
Mein Baby wacht immer früh auf, was kann ich tun?
Wenn dein Baby morgens früh aufwacht ist die Versuchung groß es abends einfach später ins Bett zu bringen, in der Hoffnung, dass es morgens länger schläft. Doch meistens funktioniert dieser Plan nicht und dein Baby wacht trotzdem zur gewohnten Zeit auf – manchmal sogar früher. Aber warum ist das so?
Babys haben von Natur aus einen sehr ausgeprägten Schlafrhythmus. Dieser sogenannte zirkadiane Rhythmus ist biologisch verankert und wird durch Licht und Dunkelheit gesteuert. Das bedeutet, dass Babys eine innere Uhr haben, die sie auf bestimmte Schlaf- und Wachzeiten einstellt. Wenn ein Baby später als gewohnt ins Bett geht, ist seine innere Uhr dennoch darauf programmiert, am Morgen zu einer ähnlichen Zeit aufzuwachen. Das spätere Schlafengehen führt also nicht zwangsläufig zu einem längeren Schlaf am Morgen, sondern oft nur zu einer verkürzten Gesamtschlafzeit.
Die kürzere Gesamtschlafzeit zusammen mit dem späteren ins Bett bringen führt häufig zur Übermüdung. Dabei werden im Körper Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, die das Einschlafen erschweren und den Schlaf weniger erholsam machen. Übermüdete Babys wachen daher oft in der Nacht häufiger auf und haben eher leichten Schlaf. Außerdem kann Übermüdung dazu führen, dass das Baby am Morgen früher wach wird.
Dein Baby profitiert von einem geregelten Schlafrhythmus, der ihm hilft besser und länger zu schlafen. Ein festgelegter Tagesablauf mit festen Bettgehzeiten gibt dem Baby Sicherheit und hilft, seine innere Uhr an einen bestimmten Rhythmus anzupassen. Regelmäßige Schlafzeiten fördern die Schlafqualität und Schlafdauer. Wenn dein Baby abends meist zur gleichen Zeit ins Bett geht, hat es eine bessere Chance durchzuschlafen und länger zu schlafen als ein Baby, dass unregelmäßig und zu spät ins Bett gebracht wird.
Was soll ich tun, wenn nichts hilft?
Dann solltest du den Babyschlaf ärztlich abklären lassen und deine Hebamme oder eine spezialisierte Schlafberaterin kontaktieren. Traue dich dir Hilfe zu holen.
Wann sollte Babyschlaf ärztlich abgeklärt werden?
Unruhiger oder unterbrochener Schlaf ist im ersten Lebensjahr Teil der normalen Entwicklung. In einigen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, den Babyschlaf ärztlich abklären zu lassen – nicht aus Sorge, sondern zur sachlichen Einordnung und Entlastung.
Dazu zählen Situationen, in denen ein Baby über längere Zeit extrem und schwer beruhigbar schreit. Insbesondere wenn dies mit offensichtlichem Unwohlsein einhergeht. Auch Gedeihstörungen, etwa wenn ein Kind trotz ausreichender Nahrungsaufnahme nicht altersgerecht zunimmt, sollten unabhängig vom Schlafverhalten ärztlich besprochen werden.
Ebenfalls abklärungsbedürftig sind Atempausen oder auffällige Atemmuster im Schlaf, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten oder von Blässe, starker Unruhe oder Trinkschwäche begleitet werden. Eine anhaltende Schlaflosigkeit, bei der ein Baby über einen längeren Zeitraum kaum zur Ruhe findet und auch tagsüber deutlich erschöpft wirkt, kann ebenfalls Anlass für ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sein.
Wichtig ist: In den meisten Fällen lässt sich schnell Entwarnung geben. Eine ärztliche Abklärung dient vor allem dazu, körperliche Ursachen auszuschließen und dir Sicherheit im Umgang mit dem Schlaf ihres Kindes zu geben. Denn bei Unsicherheiten gilt: Lieber einmal mehr nachfragen.
Literaturempfehlungen
Hier findest du einige der beliebtesten Bücher zum Thema Babyschlaf:
- „Schlaf gut, Baby!“* von Herbert Renz-Polster und Nora Imlau
Ein umfassender Ratgeber, der erklärt, warum Babys schlafen, wie sie schlafen, und wertvolle Tipps bietet. - „Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch“* von Elizabeth Pantley
Ein liebevoll gestaltetes Buch mit zahlreichen Strategien und Tipps zum Thema Babyschlaf. Die Familienberaterin und vierfach Mama Elizabeth Pantley beitet pragmatische aber liebevolle Ansätze mit Checklisten und Schlafprotokollen gegen die meisten Ein- und Durchschlafprobleme. - „Oje, ich wachse!“* von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij
Es beschreibt Entwicklungsphasen, die oft mit Schlafproblemen einhergehen, und hilft Eltern, diese besser zu verstehen. - „Das glücklichste Baby der Welt“* von Harvey Karp
Dr. Karp gibt Tipps, wie Eltern ihre Babys beruhigen und ihnen helfen können, besser zu schlafen.
Weitere Informationen
Weitere hilfreiche Informationen, Tipps und Tricks zum Thema Babyschlaf findest du auf www.babyschlummerland.de und in dem Instagram Account von @sarah_babyschlummerland.
Tipp: Babyschlummerland.de bietet auch einen kostenlosen E-Mail Babyschlafkurs an! Weitere Informationen findest du hier*.
Mit diesen Informationen bist du bestens gerüstet, um den Schlaf deines Babys zu verstehen und zu unterstützen. Denke daran, dass Geduld und Liebe der Schlüssel sind, um die Nächte für dich und dein Baby angenehmer zu gestalten.
Über die Autorin:
Anja ist Journalistin mit langjähriger Erfahrung in der Eltern- und Familienberatung. Auf Elternkind.info teilst sie fundierte Ratgeber für Eltern, die auf aktuelle Studien, entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und praxisnahen Erfahrungen basieren.
Alle Inhalte werden sorgfältig recherchiert, geprüft und mit empfohlenen Leitlinien und Fachquellen abgeglichen um Eltern eine verlässliche Orientierung zu bieten. Insbesondere bei sensiblen Themen wie Babyschlaf, Entwicklung und Sicherheit. Dabei legt Anja Wert darauf, realistische Erwartungen zu vermitteln und Eltern in ihrer eigenen Intuition zu stärken.
„Ich möchte Eltern zeigen, dass sie nicht alleine sind. Mein Ziel ist es, Informationen praxisnah, fundiert und verständlich zu vermitteln ohne unrealistische Erwartungen zu setzen.“
Quellen:
- American Academy of Pediatrics (AAP) Safe Sleep Policy (2022)
- HealthyChildren.org (AAP-Elternratgeber)
- Kindergesundheit-info.de – Schlaftipps für 0–12 Monate (BZgA/Kindergesundheit.de)
- WHO-Leitlinien zu körperlicher Aktivität, sitzendem Verhalten und Schlaf für Kinder unter 5 Jahren
- DGKJ Elterninformationen – Sicherer Schlaf für mein Baby
- National Sleep Foundation: Schlafdauer-Empfehlungen für Säuglinge und Kinder
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Schlafempfehlungen für das Baby
- „Babyschlaf: Fundiertes Wissen und konkrete Handlungsvorschläge aus der Beratungspraxis“ – Daniela Dotzauer
- „Schlaf gut, Baby!“ – Herbert Renz-Polster & Nora Imlau
- „Secrets of the Baby Whisperer: How to Calm, Connect, and Communicate with Your Baby“ – Tracy Hogg & Melinda Blau
- Schlafen statt Schreien | Pantley, Elizabeth
- Oje Ich wachse!
- Babyschlafkurse von Caroline Helming
- BabySchlummerland.de – Fachplattform für bindungsorientierte Babyschlaf-Methoden
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